Der Rhein war der grösste Lachsfluss Europas

Durchgängigkeit des Rheins

Die ökologische Durchgängigkeit des Rheins (Auszug aus einer Studie von Regiowasser & AK Wasser im BBU)

Fluss frei für das Comeback des Lachs im Rhein

 Noch vor hundert Jahren war der Rhein  der bedeutendste Lachsfluss Europas.  Jahr um Jahr kehrten etwa eine Million Lachse von ihrer langen Reise nach Grönland zurück in die Rheinzuflüsse im Schwarzwald, im Elsass und in die Schweizer Alpen.

… einst der grösste Lachsfluss …

In den fünfziger Jahren starb der Rhein-lachs (Salmo salar) wegen der katastrophalen Wasserqualität und dem Bau von Staudämmen aus.

Erfreulicherweise beschloss die Internationale Kommission zum Schutze des Rheins (IKSR) 1991 den Lachs wieder anzusiedeln. Eine kleine Anzahl von Lachsen kehrt inzwischen regelmässig zurück, allerdings nur in den nördlichen Teil des Rheins und einigen Zuflüssen zwischen Rotterdam und Iffezheim (südlich von Karlsruhe).


…ausgestorben und trotzdem zurück…

An verschiedenen Rheinzuflüssen wurden Lachszuchtanlagen gebaut  um einen regelmässigen Besatz der Zuflüsse zu garantieren. Das es den Ur-Rheinlachs genetisch nicht mehr gibt,  setzt man Lachseier ein die hauptsächlich von der Loire und dem Allier stammen.

Seit dem Einbau von Fischtreppen in den Kraftwerken Iffezheim und Gambsheim, steigen manche Lachse sogar schon bis Strassburg auf, dort findet aber ihre Migration ein jähes Ende, denn acht weitere  grosse Staustufen im Besitz von Electricité de France (EDF) versperren den Weg in den Schwarzwald und in die Schweiz.

In den Schweizer Gewässern und im Schwarzwald sind in den letzten Jahren grosse Flussabschnitte des Rheins und seiner Zuflüsse mit Millionenaufwand fischdurchgängig gemacht worden. Hunderte von kleinen und mittelgrossen Hindernissen wurden abgebrochen und viele Kraftwerke umgestaltet. Sie sind sozusagen schon bereit für den Lachs, warten aber noch vergeblich auf die Rückkehrer.

Es gibt aber noch ein anderes Problem, das dem Lachs die Rückreise  schwer  macht.   In Holland   können  die  von
Grönland kommenden Lachse nähmlich nur schwer-lich in den Rhein einschwimmen, denn das ganze Rheindelta ist mit riesigen Hochwasserschutz-an-lagen und Deichen verbarrikadiert worden. Holland schützt sich so gegen die Meeresfluten.  Nur wenige rückkehrende Fische gelangen über “Schleichwege” via den Rotterdamer Hafen in den Rhein. Das gleiche gilt in geringerem Masse auch für die aus dem Strom kommenden absteigenden jungen Wanderfische. Das Wanderfischprogramm der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins sieht aber vor, dass der Lachs bis spätestens 2020 Basel erreichen kann.

Die holländische Regierung hat im Jahr  2013 auf inter-nationalen Druck hin angekündigt, dass sie  einige Schleusen im Haringvliet spätestens ab dem Jahre 2018 absenken wird um die Migration der Fische zu erleichtern.

… freier Fluss bis Basel gefordert …

Somit blockieren nur noch acht Kraftwerke im Elsass den Weg bis Basel. Gemäss EDF soll das Kraftwerk Strassburg bis 2015 umgebaut werden, jenes in Gerstheim 2016. Für die verbleibenden 6 Kraftwerke gibt es aber bisher weder eine technische- noch eine Finanzplanung.

Wenn Frankreich diese Planung und Umsetzung dieser Massnahmen nicht sofort an die Hand nimmt, ist das Ziel, den Lachs bis 2020 in dern Hochrhein zu bringen nicht realisierbar. Seine Rückkehr könnte dann noch Jahrzehnte auf sich warten lassen. Das ist nicht akzeptabel.

 

… Frankreich muss handeln …
Eine internationale Koalition von Umwelt- und Fischerei-organisationen fordert nun Frankreich und die EDF auf, den Rhein bis  Basel durchgängig zu machen. Freien Fluss für den Lachs und alle andere Wanderfische bis 2020 !

 

The „Salmon Come Back“ campaign is launched by WWF Switzerland and coordinated internationally by ERN (European Rivers Network)

The „Salmon Come Back“ campaign is launched by WWF Switzerland and coordinated internationally by ERN (European Rivers Network)
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